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Buch Rezension: Die Geschichte der Baltimores

Wenn wir bei meiner Schwiegermutter sind, fahren wir gerne zu Emmaus – einem Second-Hand-Laden in der Gegend – und erstehen immer wieder stapelweise Bücher. Beim letzten Mal hat meine Schwiegermutter mir das Buch „Die Geschichte der Baltimores“ von Joël Dicker gekauft. Sie selber hatte es gelesen und hatte es für so gut befunden, dass sie der Meinung war, ich müsse es unbedingt lesen.

Der Klappentext war vielversprechend:

Bis zum Tag der Katastrophe gab es die Goldmans aus Baltimore und die Goldmans aus Montclair. Die Baltimores hatten alles, was man sich vom Leben wünschen kann: Talent, Geld, Erfolg, ein prachtvolles Heim, zwei hochbegabte Söhne. Marcus Goldman, inzwischen erfolgreicher Schriftsteller, gehörte zu den weniger glamourösen Montclairs. Er verbrachte all seine Sommer bei den Baltimores und war für sie wie ein Sohn. Nun, acht Jahre nach der Katastrophe, beginnt Marcus, die Geschichte der Baltimores aufzuschreiben – und erkennt erst jetzt die wahren Gründe für die schrecklichen Ereignisse.

Piper

Nun gut, ein Familienroman. Ich bin großer Fan des Buches „Hannahs Töchter“ und kann mich gerne in solche Romanen fest lesen. Das Buch ist mit 512 Seiten zwar nicht gerade dünn, und ich brauchte einige Zeit – da ich vor allem irgendwann keine Muse mehr hatte und andere Bücher las – aber mittlerweile bin ich durch. Und weiß, von welcher Katastrophe der Klappentext spricht.

Spannend bis zur letzten Seite

Das Besondere an diesem Buch: es bleibt spannend bis zur letzten Seite. Und es gibt kein offenes Ende.

„Die Geschichte der Baltimores“ ist aus der Sicht eines jungen und sehr erfolgreichen Schriftstellers geschrieben, Marcus Goldman, und er rollt seine Familiengeschichte aus. Bis hin zum Tag der Katastrophe. Es macht den Anschein, als wolle er so seine eigenen Dämonen verarbeiten. Marcus Goldman erzählt von seiner Kindheit, der Ungleichheit der beiden Familienstämme und wie sie das Leben der ganzen Familie geprägt haben. Der erfolgreiche Anwalt, sein Onkel, dessen Familie in Geld zu schwimmen scheint, und seine Familie, die zwar nicht arm, aber doch weniger betucht ist. Die Großeltern, die den Onkel immer in den Himmel heben, den eigenen Vater aber anscheinend nicht weiter beachten.

Joël Dicker lässt den Protagonisten auf die Suche nach den Gründen dafür gehen, Seite für Seite werden mehr Geheimnisse der Familie entschlüsselt. Und dann ist da noch Alexandra und ihr Vater. Und sie scheinen mehr Einfluss auf die Goldmans zu haben, als es erst den Anschein hat.

Zum Ende des Buches wurde es für mich richtig sentimental und ich hatte auf den letzten Seiten einige Tränen in den Augen. Denn nach 512 Seiten meint man Marcus Goldman zu kennen, ein Teil seiner Geschichte zu sein.

Fazit

Wer gerne Familiensagen ließt, hat mit „Die Geschichte der Baltimores“ definitiv das richtige Buch. Absolut empfehlenswert.

Eckdaten:

Titel: Die Geschichte der Baltimores
Autor: Joël Dicker
Verlag: Piper
Preis: 12,00 Euro
ISBN: 978-3-492-31079-6

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Sternenruferin

Marie-Louise, Arbeitet mit psychischer Erkrankung in einer Werkstatt für behinderte Menschen, Mediengstalter, Peer Berater, Borderline und Spaß am Leben. Musik, Bücher und Schreiben vervollständigen den Haushalt mit Mann, zwei Katzen und zwei Schlangen.

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