Mythen und Legenden

Die Geister des keltischen Totenkultes

Die alten Kelten besaßen eine große Anzahl an Ritualen, die mit der Verehrung ihrer Ahnen und der Fürsorge ihrer Geister assoziiert waren. Denn die Kelten glaubten, dass die Seelen ihrer Verwandten nach dem Tode weiterhin bei ihrer Familie verweilten. Eine der frühesten Bräuche war der, die Köpfe von erschlagenen Feinden auf dem Schlachtfeld den Geistern von berühmten Kriegern und Anführern in der Familie als Opfergabe zu widmen. An Orten wie der Bretagne glaubte man, dass die Geister der Toten sich nachts um ein Feuer in der Kochstelle eines Hauses versammelten, um die Wärme, die sie im Leben kannten, wieder zu spüren.

Erntefeste – ein Weg zu beschwichtigen

Erntefeste waren ebenfalls eine Art, Geister zu beschwichtigen, die wütend über die anhaltende Praxis von Menschenopfern der Kelten waren. Lughnasadh – heute eines der vier großen irischen Feste – beinhaltete in der Zeit der Kelten auch die rituelle Tötung eines Menschen, dessen Opfer für den Gott des Getreides gebracht wurde. Neben der Danksagung für eine gute Ernte wurde das Fest und das Opfer auch dem Gedenken an diejenigen gewidmet, die für den anhaltenden Erfolg ihres Volkes gestorben waren. Auf diese Weise konnten die Lebenden den Hass eines wütenden Geistes vermeiden.

Andere Traditionen wie z. B. das Verbrennen des Yule Klotzes standen und stehen eng in Verbindung mit dem Glauben, dass die Geister verstorbener Familienangehöriger sich über die Weihnachtsfeiertage um den heimischen Herd versammelten, während das Samhain-Fest (Halloween) traditionell die Zeit war, in der rastlose Geister auf der Erde wandelten.

Bei den Kelten waren außerdem nicht nur die Lebenden dafür verantwortlich, sich um die Geister der Verstorbenen zu kümmern. In Kilranelagh, im irischen County Wicklow, z. B. wurden Tassen in Nischen der Gräber gestellt, immer wenn ein Kind unter 5 Jahren gestorben war. Legenden zufolge war es die Aufgabe des kindlichen Geistes, den anderen Geistern Wasser in jenen Tassen zu bringen, die die Trauernden in die Gräber gestellt hatten.

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, dann teile ihn!

Sternenruferin

Marie-Louise, Arbeitet mit psychischer Erkrankung in einer Werkstatt für behinderte Menschen, Mediengstalter, Peer Berater, Borderline und Spaß am Leben. Musik, Bücher und Schreiben vervollständigen den Haushalt mit Mann, zwei Katzen und zwei Schlangen.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.