Mythen und Legenden

Lost Place: Kinderheim Oberschöna/Bräunsdorf

„Unsere Gruppe (…) war zum Abendbrot. Da wir nichts ordentliches zu Essen bekamen, nahm ich mir eine trockene Scheibe Brot und steckte sie unter mein Hemd. Das sah natürlich der Erzieher. Ich wurde im Speiseraum vor allen Kindern zusammengeschlagen. Ich war gerade mal 11 Jahre. Diese Sache sollte als Abschreckung dienen, damit andere diesen ‚Fehler‘ nicht machen.“

„Geschlagen, getreten und mit Beruhigungsmitteln vollgepumpt…. grün und blau und dankbar dafür das man endlich von einem abließ. Was kann ein 8 jähriges Kind Böses getan haben damit man es so behandelt?“

Es sind Teile von Erfahrungsberichten, die so in einem Forum nachzulesen sind. Welcher Ort ist so schrecklich, dass Kinder so leiden müssen?

Die Geschichte

Es ist das 1824 erbaute Kinderheim in Oberschöna. Zum damaligen Zeitpunkt war es ein Landeswaisenhaus des Königreiches Sachsen und wurde doch schon wenig später zu einer Korrektionsanstalt für kriminelle Kinder, der „seelisch kranke Wille“ der Kinder sollte hier mit den damaligen Erziehungsmethoden gebrochen werden.

1918 dann, fast einhundert Jahre nach seiner Eröffnung, wurde es zu einer Fürsorge- und Erziehungsanstalt für Kinder, während des NS Regimes wurden hier ab 1933 „asoziale und arbeitsunwillige“ Erwachsene einquartiert.

Doch die Berichte stammen nicht aus dieser Zeit, sie stammen aus der Nachkriegszeit: von 1945 bis 1960 diente es als Jugendwerkshof und bis zu seiner Schließung 1989 als Spezialkinderheim für schwer erziehbare Jugendliche. Seitdem steht es leer, obwohl ein Investor es 2003 kaufte und Kongress- und Bildungszentrum realisieren wollte. Doch geschehen ist nichts…

Vielleicht liegt es an der Vergangenheit! Denn zu DDR-Zeiten hieß schwererziehbar auch, dass man die Ideologie des Regimes nicht teilte. Und im Kinderheim Oberschöna sollte umerzogen werden – mit drastischen Maßnahmen.

Wer sich nicht benahm, musste im Keller schlafen. Keine Fenster, nasse, kalte und von Moos bedeckte Wände, am Ende des Raumes drei Bettgestelle.

Hinterlassene Spuren

So schrecklich die Geschehnisse in diesem Kinderheim waren, sie haben Spuren hinterlassen:

Einige Jugendliche gingen auf Grund einer Mutprobe in das ehemalige Kinderheim. Nach kurzer Zeit kamen sie schreiend und voller Panik aus dem Gebäude gerannt. Keiner der Jugendlichen wollte über die Erlebnisse sprechen, lediglich von Kinderschreien sprachen sie.

Immer wieder sieht man ein junges Mädchen an einem der Fenster stehen.

In Haus 3 des Heimes taucht im Keller immer wieder ein unerklärlicher, lokal begrenzter Nebel auf.

Von unerklärlich kalten Stellen in den Gemäuern wird berichtet, obwohl es ein strahlender, warmer Sommertag war.

Angstzustände von Besuchern des Kinderheims, schreiende Kinder, Beklommenheit – alles das zeugt davon, dass die Seelen der geschundenen Kinder diesen Ort nie verlassen haben.

Wer sich doch hineintraut, sollte eines bedenken: sie können dir nichts tun! Und denke daran: nichts da lassen, nichts mitnehmen – außer Fotos und Erinnerungen!

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Sternenruferin

Marie-Louise, Arbeitet mit psychischer Erkrankung in einer Werkstatt für behinderte Menschen, Mediengstalter, Peer Berater, Borderline und Spaß am Leben. Musik, Bücher und Schreiben vervollständigen den Haushalt mit Mann, zwei Katzen und zwei Schlangen.

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3 Kommentare

  1. Benny Hoffmann says:

    Hallo.
    Wie waren heute an dem Kinderheim. Erst durch das große rostige Tor und zuerst in ein Nebengebäude wo es nach Stallungen aussah. Dann bin ich am Ende des Gebäudes durch ein Fenster über eine Straße und stand direkt vor dem Kinderheim. Das blöde war, dass in diesem Moment die Security um die Ecke kam und meine Personalien haben wollte. Verdammt, das war bis dahin extrem spannend. „Die Gemeinde duldet solche Besucher nicht mehr !“ Mal sehen was mich jetzt erwartet…
    Die Bilder die ich hier sehe sind total krass. Ich muss unbedingt nochmal dorthin…

  2. […] Mehr Lost Places? Lost Place: Kinderheim Oberschöna/Bräunsdorf […]

  3. Hallihallo ^^
    Wir sind vor zwei Tagen zum wiederholten Male dort gewesen. Bis gerade eben hatte ich nicht die geringste Ahnung von der Geschichte des Heimes, ich war immer total begeistert, wir haben dort eine Menge coole (Gore-)Fotoshootings gehabt. Und nie irgendwelche „Angstzustände“, Beklommenheit, unerklärliche Ereignisse oder sonst irgendetwas. (Auch keine Security…)
    Dann haben wir vorgestern ein Gebäude erkundet, in das wir vorher nie reingekommen waren, und fanden in einem der Räume unterm Dach eine Gefängniszelle vor. Das war der eigentliche Grund, warum ich unseren ‚Abenteuerspielplatz‘ tatsächlich mal gegooglet habe – und jetzt bereue ich es fast 😀 Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, werde ich wohl demnächst mal wieder hinfahren. Und dann mal Augen und Ohren offenhalten, vielleicht kann ich ja wirklich einen Geist fotografieren…
    Glg Blackout

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