Mythen und Legenden

Lost Place: Villa von Dr. Anna L. in Bad Wildungen

Mittlerweile kein Geheimtipp mehr, ist die Villa ein oft genanntes Ziel bei den sogenannten Urban Explorern. 

Seit fast 30 Jahren steht die Villa unbewohnt in Bad Wildungen, sämtliche Privatsachen wurden einfach zurück gelassen. Durch das Gebäude zieht ein beißender Geruch, die Wände sind mit Schimmel übersät, Tapeten rollen sich auf oder hängen in Fetzen herunter.

Im Untergeschoss befindet sich eine ehemalige Urologen-Praxis. In dieser können immer noch Instrumente, verstaubte Medikamente und die Praxiseinrichtung entdeckt werden. Selbst Organe in Gläsern finden sich zuhauf. 

Das obere Stockwerk beinhaltet eine Privatwohnung, doch er sollte nur mit äußerster Vorsicht betreten werden. Denn mittlerweile sind die meisten Dielen morsch und es besteht Einsturzgefahr.

Wer sich dennoch hoch wagt, erlebt eine Zeitreise. Schulhefte und Dokumente verraten Namen, Fotos geben diesen ein Gesicht. Möbel, Kleidung und Bücher in den Regalen zeugen von den ehemaligen Bewohnern.

Doch leider haben hier auch Vandalen dafür gesorgt, dass vieles auf dem Boden liegt, Dinge sind verstreut und einige Möbel sind zu Bruch gegangen.

Doch was ist hier geschehen? Was passierte, dass das Haus plötzlich aufgegeben wurde und alles zurückgelassen wurde?

Auf der Spurensuche nach Antworten begegnen einem nicht nur Wahrheiten, sondern auch viele Mythen. Von einem Dr. Pain ist die Rede, von Geistern und Gestalten im Spiegel.

Doch wenn man weiter forscht, so findet sich keine Anna L., sondern eine Hildegard Kraft. Ihr Mann, der Urologe Dr. Klaus Kraft, baute das Haus und betrieb im Erdgeschoss eine Arztpraxis. Nach seinem Tod vermietete die Witwe die Räume weiter, an den nächsten Arzt. 

2006 kam sie in ein Pflegeheim, ziemlich abrupt, was erklärt, warum nichts mitgenommen wurde. Die Familie scheint keinerlei Interesse an dem Haus oder den Besitztümern zu haben. Doch warum die Praxis ebenso überstürzt aufgegeben wurde, ist unklar.

Und so wurde die Villa zu einem Lost Place, heimgesucht höchstens von den Urban Exploreren…

Wer sich die Villa gerne ansehen möchte, kann dies mittlerweile einfach über das Internet machen. Denn viel zu viele sind schon in die Villa eingedrungen und die wenigstens haben die Hinterlassenschaften mit Respekt behandelt.

Und wie immer gilt: nichts dalassen, nichts mitnehmen – außer Fotos und Erinnerungen!

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Sternenruferin

Marie-Louise, Arbeitet mit psychischer Erkrankung in einer Werkstatt für behinderte Menschen, Mediengstalter, Peer Berater, Borderline und Spaß am Leben. Musik, Bücher und Schreiben vervollständigen den Haushalt mit Mann, zwei Katzen und zwei Schlangen.

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1 Kommentar

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