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Solange es Bücher gibt, ist die Welt noch in Ordnung

Ich bin die Tage bei uns in der Stadt an einem Plakat vorbei gelaufen, darauf standen die Worte:

„Solange es Bücher gibt, ist die Welt noch in Ordnung.“

Literaturszene Köln

Sofort habe ich das Plakat zu meinem neuen, absoluten Lieblingsplakat erklärt. Das Plakat ist von der Literaturszene Köln. Als ich den Satz gelesen habe, musste ich lächeln, denn nichts könnte mich eher beschreiben. Ich bin das, was man landläufig einen Bücherwurm nennt.

„Ließ du das Buch zuerst, du hast das schneller durch als ich.“, sagte mein Mann letztens, als wir uns ein Buch zulegten, dass wir gerne beide lesen möchten. Und er hat Recht, ich fresse die Dinger eher, als zu lesen.

Dürfte ich mich mir einen Laden aussuchen, in dem ich für eine Stunde lang kostenlos shoppen dürfte, es wäre definitiv eine Buchhandlung. Da kann ich mehr Geld lassen als in jedem Klamottenladen. Wobei mir da auch die wenigstens Sachen passen würden.

Aber warum bin ich so eine Leseratte? Ich könnte jetzt Zitate anbringen – sollte ich vielleicht tun – da große Menschen es schon so wunderbar sagten.

„Bücher lesen heißt, Wandern gehen in ferne Welten aus den Stuben über die Sterne.“

Jean Paul

„Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele.“

Cicero

Ach, genug der Zitate, da gibt es noch viel zu viele. Aber genau so ist es doch mit Büchern:

Sie erlauben uns zu reisen, in fremde Welten, die wir nie gesehen haben. Mit ihnen können wir den Mond bereisen, die Tiefen der Meere erkunden und ins Innere der Welt vordringen.

Wer jetzt die drei Bücher erkannt hat, bekommt nen Keks!

Egal wie schlecht es mir in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten auch ging, Lesen ging immer! Lesen war immer ein Teil meines Lebens.

Die schlimmste Depression seit Jahren? Hier nimm ein Buch.

Dein Leben liegt in Scherben und du findest keinen Ausweg? Hier nimm ein Buch.

Du könntest einfach in der Ecke sitzen und weinen? Hier nimm ein Buch.

Bücher entführen mich aus der Realität, lassen mich Abenteuer erleben und geben mir Ruhe. Für einen Moment, ein paar Seiten lang, ist die Welt in Ordnung, kann ich abschalten. Ich finde Ruhe in den Abenteuern eines jungen Zauberers, leide, wenn der Zaubertränkeprofessor stirbt, lasse mich hinreißen von dem Serienmörder in den Alpen, eingeschlossen vom Schnee in einem Hotel.

Wieder ein Keks, wer beide Bücher erkennt.

Für mich sind Bücher ein Allheilmittel, denn wenn ich zur Ruhe komme, kann ich wieder besser denken, kann meine Probleme erkennen und anpacken. Und ich kann Kraft tanken.

Wenn der Mörder über hunderte Seiten seine Opfer jagt und vom Ermittler gejagt wird, dann weiß ich, am Ende geht es gut aus. Es ist wie eine Hoffnung, die zwischen den Buchseiten eingebettet liegt, dass am Ende alles gut ausgeht.

Auch für mich.

„Lesen ist ein dankbares Hobby.“, sagte erneut mein Mann. Und ja, er hat Recht. Egal wo man ist, im Bus, in der Bahn, zu Hause, auf der Arbeit – ein Buch geht immer. Und weil ich sogar angefangen habe in den Raucherpausen zu lesen, habe ich mir eine Ebook App auf das Handy gepackt. Da schafft man mehr.

Ich bin tolerant und akzeptiere jeden Menschen, aber wenn mir einer offenbart, dass er nicht gerne ließt, weil es langweilig ist, dann verstehe ich das nicht. Ich akzeptiere es, aber ich verstehe es nicht.Und wenn ich sterbe, wird es für mich das Schlimmste sein, nicht mehr lesen zu können. Das Leben ist zu kurz – es gibt zu viele Bücher.

Und hey, auch Fanfiktionen sind lesenswert!


Photo by Chris Lawton on Unsplash
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Sternenruferin

Marie-Louise, Arbeitet mit psychischer Erkrankung in einer Werkstatt für behinderte Menschen, Mediengstalter, Peer Berater, Borderline und Spaß am Leben. Musik, Bücher und Schreiben vervollständigen den Haushalt mit Mann, zwei Katzen und zwei Schlangen.

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2 Kommentare

  1. Allita says:

    Hallo Marie,
    ich liebe es auch zu lesen und mich haben Bücher wahrscheinlich zu einem kleinen (besonderen) Teil geprägt. Es war eigentlich nicht typisch, dass man als Migrant zu meiner Zeit deutsche Bücher las, aber in erster Linie bin ich doch ein Mensch und das Lesen von Büchern ist ein meiner Meinung nach „Ur-Bedürfnis“ von uns, das aber immer mehr verloren geht.

    Ich konnte aber sehr gut sehen, wie mich manche Bücher als Kind/ Jugendlicher veränderten, wie weltoffen ich dadurch wurde und für manche meiner Freunde mit Migrationshintergrund auch etwas sonderbar 😉
    Damals waren das Lustige Taschenbuch oder Superhelden-Comics eher angesagt, aber Dürrenmatt, Hemingway oder Paul Biegel waren sehr wichtig für mich, wobei ich mich auch etwas mit dem Pechvogel Donald Duck oder meinem Lieblings-Superhelden Grüne Laterne identifizieren konnte.

    Leider verlor ich als junger Erwachsener die Bücher aus den Augen und zurückblickend merke ich heute, dass das eine triste Zeit war. Ich glaube sogar, dass viele Bücher eine Art Medizin für mich waren und sind, weil Romane auch fast immer eine Reise ins eigene Ich sind und man sich dadurch automatisch mit seinem Leben beschäftigt und darauf ein anderen Blickwinkel erhält.

    Leider werde ich keinen Keks gewinnen, da ich denke, dass wir zum Teil andere Bücher lesen. Ich mag Murakami aktuell sehr, aber finde mich auch in der Welt Miller und Bukowski zurecht.

    Ich finde übrigens diesen Blog ganz toll und werde dich jetzt öfters hier besuchen.

    Liebe Grüße 🙂

  2. […] ist in den vergangenen Monaten gewachsen und ich möchte gerne zu diesen Büchern auch wieder Rezensionen schreiben, möchte wieder Artikel in Regelmäßigkeit posten. Artikel die psychische Erkrankungen […]

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