Xblog Geburtstag Herzensprojekt Alexianer
Erfahrungen und Erlebnisse, Werkstatt für behinderte Menschen

Mein Herzensprojekt hat Geburtstag: der Xblog der Alexianer!

Heute hat mein Herzensprojekt Geburtstag: es geht um den Xblog der Alexianer Werkstätten. Ein Blog von Beschäftigten der Werkstätten für die Beschäftigten – oder alle, die es interessiert. Und da mir dieser Blog sehr am Herzen liegt – und nicht nur mir – möchte ich meinen Artikel zum ersten Jubiläum auch gerne auf meinem privaten Blog teilen. Denn ich bin stolz! Warum, könnt ihr in dem folgenden Artikel lesen.

Herzlichen Glückwunsch zum 1. Geburtstag, Xblog!

Am 26. Mai 2021 ging auf diesem Blog der allererste Artikel online. »Sackgasse Behindertenwerkstatt« lautete er. In diesem Artikel erzählte ich von meiner Erfahrung über den Einstieg in eine Behindertenwerkstatt.

In diesem Jahr ist viel geschehen. Der Blog ist gewachsen und aus der anfänglich kleinen Idee ist etwas Großes geworden.

Ich möchte diesen Artikel nutzen, um die Entstehungsgeschichte des Xblogs zu erzählen und euch von einer wunderbaren Erfahrung zu berichten.

Die Entstehung des Xblogs der Alexianer

Anfang 2021 fing ich auf meinem persönlichen Blog Sternenruferin an, über mich, meine Erkrankung mit der Borderline Persönlichkeitsstörung und meine Erfahrungen mit psychischer Beeinträchtigung und die Werkstatt zu schreiben.

Es tat mir immer in der Seele weh, wenn ich in den Nachrichten negative Berichterstattung über psychische Erkrankungen wahrnahm. Ich wollte und will, dass die Menschen diese unsichtbare Erkrankung verstehen und wollte sie fassbar machen, zeigen, dass auch wir unsere Stärken haben, dass wir etwas leisten können und wertvoll und wichtig sind.

So entstand der Artikel »Sackgasse Behindertenwerkstatt«. Der Artikel machte die Runde, innerhalb der Alexianer Werkstätten wurde mir widergespiegelt, wie wertvoll meine Meinung sei.

Und ich hatte das Gefühl, dass es doch noch mehr Menschen, mehr Beschäftigte geben müsse, die meine Meinung teilten, die schreiben wollten, die ihre Erfahrung, ihre Kreativität und ihr Wissen mit anderen Menschen teilen wollten.

In einem Gespräch mit einer Gruppenleiterin brachte ich die Idee vor – mehr als Randnotiz, denn als ausgereiften Plan. Und innerhalb kürzester Zeit war die Idee geboren, ein Team innerhalb des AlexOffice fand sich schnell zusammen und der Xblog entstand.

Von Namen, Logos und ersten Artikeln

Das Team, welches entstand, entwickelte schnell Ideen. Logos wurden entwickelt und wieder verworfen, Namen wurden gesammelt. Klar war nur: der Pelikan musste rein und irgendwas mit Blog. Alex blogt war eine Idee, der Pelikan im Nest kam und ging, auch ein Pelikan am Computer wurde schnell wieder verworfen.

Schlussendlich war Name und Logo geboren: Xblog und der schreibende Pelikan, wie er heute auf der Seite zu sehen ist.

Das X der Alexianer wird von dem freundlichen Pelikan gezeichnet.

Und genauso schnell, wie ein Logo und ein Name gefunden wurde, trudelten die Artikel ein. Zu Beginn natürlich vor allem von den Menschen aus dem AlexOffice. Gedichte, Artikel zum Tag der Musik und erneut ein meinungskritischer Artikel von mir. Der Xblog wuchs.

Meine Kollegin Barbara Minnich und ich machten uns auf, den Blog auch in den anderen Werkstätten vorzustellen, reisten durch die einzelnen Betriebsstätten auf unserer „Xblog-Tour“, wie wir immer sagten.

Wir trafen auf Zuspruch, auf Begeisterung und auf Menschen, die gerne etwas beitragen wollten.

So kamen Artikel aus anderen Betriebsstätten hinzu. Der Xblog nahm an Fahrt auf. Wir wurden im Newsletter von 53° Nord vorgestellt, der erste Gastartikel einer anderen Werkstatt flatterte in unser Postfach. Die Anzahl der Artikel stieg stetig an.

Und wir hatten in all dieser Zeit den Rückhalt und die Fürsprache unserer Gruppen- und Betriebsstättenleiter*innen. Sie standen uns mit Hilfe und Rat und Tat zur Seite.

Krisenkommentare? Unsere Öffentlichkeitsbeauftragte half uns bei der Formulierung einer Antwort. Technische Schwierigkeiten? Unser Gruppenleiter Webdesign sprang ein und löste das Problem.

Mein Herzensprojekt ist nominiert!

Und passend zum Einjährigen Bestehen dieses Blogs wurden wir nominiert! Die Öffentlichkeitsbeauftragte der Alexianer Werkstätten hatte den Blog beim 6. MitMenschPreis eingereicht.

Und wir kamen in die engere Auswahl, die im Juni der Jury vorgestellt wird. Barbara und ich wurden dafür interviewt, ebenso einige der Menschen, die Artikel für den Blog geschrieben haben.

Bei einem Ortstermin tauschten wir uns mit einem Mitarbeiter des MitMenschPreises aus, und so durfte auch ich erfahren, wieviel dieser Blog eigentlich den Menschen bedeuten, die für ihn schreiben.

Ich durfte erfahren, dass die eine kleine Idee, die ich hatte, dass mein Gedanke auf einen mehr als fruchtbaren Boden gefallen war und für viele Menschen etwas Wertvolles darstellt.

Im Laufe des vergangenen Jahres konnte ich zusehen, wie der Blog mehr und mehr zum Leben erwacht ist, wie er gewachsen ist und an Fahrt aufgenommen hat.

Ende in Sicht? Für mich nicht – und ich hoffe, auch für euch nicht! Denn nur mit euren Artikeln, mit euren Kommentaren kann die kleine Idee, die längst schon eine Große ist, weiter wachsen und gedeihen.

Ich bin dankbar, dass ich erfahren durfte, wie sehr ich das Leben einiger Menschen beeinflusst habe, dankbar für die Erfahrung in einem tollen Team einer Vision zu folgen und dankbar für Kollegen, die meine Ideen mittragen und mehr noch, mit Herzblut diese Ideen vorantreiben.

Wer mehr über den MitMenschPreis erfahren möchte, klickt auf diesen Link:

Logo mitMenschPreis

Titelbild von Tim André Elstner

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Sternenruferin

Marie-Louise, Arbeitet mit psychischer Erkrankung in einer Werkstatt für behinderte Menschen, Mediengstalter, Peer Berater, Borderline und Spaß am Leben. Musik, Bücher und Schreiben vervollständigen den Haushalt mit Mann, zwei Katzen und zwei Schlangen.

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